Faun


FAUN Acoustic Ben Wolff & Moritz Jendral - Kopie

FAUN Acoustic Ben Wolff & Moritz Jendral ©

Warmherzig, einfühlsam, ganz auf den Klang konzentriert: Spielend schafft FAUN einen Sprung, den aus der Gegenwart hinaus ins Mittelalter und aus dem Mittelalter in die Gegenwart. Liebevoll gefertigte Kostüme, fein gestochene Applikationen, ihre Instrumente wirken wie handgeschnitzt. Und sie beherrschen sie, die Drehleier und Laute, die Harfe und den Dudelsack, die Schlüsselfiedel und all die überlieferten Spieltechniken. Das handwerkliche Niveau ihrer Musik ist einsam hoch.

17 Jahre dauert die Romanze zwischen Oliver Pade und dem Mittelalter an. Anfangs war die Szene, die sich diesen verblassten Jahrhunderten annäherte, noch klein und elitär, eben so, wie eine gute Szene elitär sein muss. Es aber nicht für immer bleiben kann, ohne sich über sich selber zu langweilen:

Page, Kopf und Gründer von FAUN  —  und unter seinem Künstlernamen Satyr erheblich besser bekannt  —  hat den Stil seiner Szene-Musik geweitet, sie näher heran gerückt an populäre Muster. Und hat auf diese Weise deutlich gemacht, dass das, was heute Schlager heißt, im Mittelalter Ballade war  —  medieval ballads.

Was heute volkstümlich ist, war es ebenso Jahrhunderte zuvor, und das bedeutet nebenbei bemerkt: Es gibt gar keinen „Kulturverfall“, wie Pegida & Co behaupten, es muss kein Abendland erst noch gerettet werden. Wenn man FAUN zuhört, hört man sich in eine Geschichte hinein, die eine von uns allen ist. In ihr geht es um das, was alle sich ersehnen, es geht um die Liebe, die Liebe und um die Liebe. Was heute meist abfällig als „Schlager“ gehandelt wird, es stammt  —  in gerader Abstammungslinie, um einmal musikbiologisch zu reden  —  von der mittelalterlichen Ballade ab.

Medieval Ballads. Mit Elfen und Elben, Feen und Faun, Sagen und Satyr. Und mit zwei ehernen Regeln: Märchen gehen gut aus, Mädchen tragen Federkleid.


Datum: 30/11/2017
Uhrzeit: 20:00 Uhr
Ort: Christuskirche Bochum
Stadt: Bochum