2011/10/19 | Crosby&Nash | Grugahalle Essen


Geschrieben von: Ralf Hirse

Auch als Duo immer noch ein Erlebnis- David Crosby und Graham Nash in der Grugahalle, Essen

Essen, 19.10.2011 – David Crosby und Graham Nash bestreiten ihre aktuelle Europatournee zwar ohne das dritte Mitglied ihres berühmten Trios, Stephen Stills, aber das Publikum in der leider nur spärlich gefüllten Essener Grugahalle erlebte dennoch einen unvergesslichen Konzertabend.

Natürlich sind die Jahre Im Rock´n´Roll Zirkus an den beiden Weltstars nicht ohne Spuren vorüber gegangen und sie sind alt geworden, aber der berühmte und bei ihren Fans so geliebte Harmoniegesang sucht weiterhin seines gleichen im heutigen Rock/Pop Business. Und diese wunderschönen Harmonien begleiteten die beiden Musiker und das sehr aufmerksame Essener Publikum durch insgesamt 23 Songs ihrer jetzt bereits insgesamt fünf Dekaden lang andauernden höchst beeindruckenden Karriere.

Umrahmt von einer famosen vierköpfigen und sehr versierten Band spielten sich die beiden Woodstock-Helden in brillantem Sound durch ein locker gestaltetes ca. 130 min. langes Set, das keine Wünsche offen ließ.

Die Setliste des Essener Konzerts umfasste neben alt bekannten Hits („“Our House,“ „Teach Your Children,“ „Wooden Ships“) auch einige überraschende Cover-Versionen von Künstlern wie Marc Cohen („Old Soldier“) oder den Beatles („Blackbird“).

Obwohl viele der an diesem Abend gespielten Songs mehr als 30 Jahre alt waren, haben sie nichts von ihrer Magie verloren und zauberten immer wieder sichtbare Freude sowohl in die Gesichter des Publikums als auch der sie darbietenden Vollblutmusiker.

So mutierte etwa „Deja Vu“ vom ursprünglich harten Rock in ein eher jazzlastig angehauchtes Stück Musikgeschichte, garniert mit dem wunderschönen Mundharmonikaspiel Graham Nashs sowie einem virtuos vorgetragenem Pianosolo des Keyboarders James Raymond, dem Sprössling David Crosbys.

Ein weiteres Highlight war sicherlich das vom allerersten, im Jahre 1969 erschienenen“ Crosby, Stills and Nash“ Album stammende Stück „Guinevere“, welches nur unter Begleitung David Crosbys akustischer Gitarre und der wunderschönen Stimmen der beiden Altstars vorgetragen wurde. Rockmusik in absoluter Perfektion!

Beide Musiker haben in ihrer langen Karriere auch nie vor politischen Themen Halt gemacht und stets eine klare politische Position bezogen. So auch an diesem Abend in der Essener Grugahalle-sie beglückwünschten Deutschland zum atomaren Ausstieg, forderten die amerikanischen Politiker auf, es den Deutschen gleich zu tun und widmeten diesem Thema anschließend ihren Song „Don´t dig here“.

Insgesamt ein sehr gelungener Konzertabend mit zwei in Ehren gealterten Weltstars, die völlig uneitel und unprätentiös einfach Spaß an der Musik und den von ihnen geschrieben Songs vermittelten. Chapeau!!!