2010/03/17 | Mick Taylor Allstarband Support: Jörg (Huggy) Borghardt Allstars | Musiktheater Piano Dortmund

Geschrieben von: Peter Altenkirch

17.03.2010 Mick Taylor und seine All Star Band im Musiktheater Piano in Dortmund

Support Huggy – Jörg Borghardt- und seine J.B. Allstars

Der Frühling und Mick Taylor sind ins Revier zurückgekehrt.

Micks bevorzugte Location im Pott ist das Piano, und das zurecht.

Das weit über 100 Jahre alte „Piano“ mit seinem prachtvollen Jugendstil Saal versprüht einen angenehmen Charme und ist inzwischen weit über die Dortmunder und Revierpottgrenzen in der Musikszene bekannt und beliebt.

Gegen 19.35Uhr betrat der ebenfalls über die Ruhrpottgrenzen hinaus bekannte Tastenjongleur Jörg Borghardt (Huggy) mit seinem Allstar Drummer die Bühne und stimmte die anwesenden rd. 150 Blues (und Stones) Liebhaber mit tollen Blues und Boogierhythmen vortrefflich auf diesen Musikabend ein. Die Stimmung war prächtig. Nach 3 Stücken gesellten sich Bass, E-Gitarre und Saxophon auf die Bühne und schon wurde dem Publikum eine kleine Zeitreise durch die wunderbare Welt der Bluesmusik geboten.

Obwohl das Sax zu Beginn einige laute Fehlzündungen hatte und der Leadgitarrist mal seinen Einsatz und Text vergaß, versprühte J.B. und seine Allstars pure Spielfreude und ließen die Klassiker wie Dust my Broom, Big Boss Man, Thrill is gone bis hin zum Wang Dang Doodle aufleben. Tausendmal gehört, immer wieder schön.

Nach gut einer Stunde mussten die Jungs die Bühne räumen.

21.00Uhr Mick Taylor und seine Allstarsband erschienen.

Am Piano Max Middleton. Max M. hat schon für Jeff Beck, Chris Rea und auch Cat Stevens die Tasten bedient. Kuma Harada am Fender Jazz Bass, welcher schon recht arg mitgenommen aussah. Nicht Kuma, sondern die Bassgitarre. Kuma Harada war auch schon mal für Chris Rea und Bob Dylan für den Rhythmus verantwortlich. Denny Newman, Gitarre , spielte bei Manfred Mann und Jeff Allen an den Drums, der auch van Morrison und John Martyn betrommelte. Eine wirkliche Allstarband.

Mick startete mit Secret Affair und oh Wunder, er tänzelte über die Bühne und wirkte recht aufgekratzt. So kennt man, zumindest ich, ihn eigentlich nicht. Mick war in Spiellaune. Diese wurde aber etwas getrübt, durch das recht dominante und knallige Schlagzeug, so dass der Sound immer mal wieder nachgeregelt werden musste.

In der ersten Stunde spielte Mick sowohl Eigenkompositionen und als Referenz zu verstehen, Fed up with the Blues von John Mayall und You shook me des Übervaters Muddy Waters. Schönes Liedgut, doch teilweise etwas verkrampft vorgetragen.

Gegen 22.00Uhr legte Mick eine kleine Pause ein und überließ seinen Allstars die Bühne, die locker flockig einen ausgezeichneten Rhythmusteppich mit eingeschwungenen Soli webten. Sehr überzeugend.

Nach einigen Minuten kehrte Mick erfrischt wieder zurück. Die Pause hatte ihm gut getan, denn jetzt wirkte sein Spiel präziser und leidenschaftlicher . Vielleicht lag es ja auch an dem Dortmunder KronenBier, welches ihn inspirierte. Auf jeden Fall war seine Darbietung von Bob Dylan´s Blind Willi McTell allererste Sahne. Das Publikum ging begeistert mit, überall strahlende Gesichter.

Der Höhepunkt war , natürlich, wie nicht anders zu erwarten: Can´t you hear me knocking. Hierzu wurde auch der Saxophonist der J.B. Allstars auf die Bühne geholt, der sichtlich gerührt und begeistert war, diesen Stones Klassiker mit einem echten Stone gemeinsam auf der Bühne darbieten zu dürfen. Seine überzeugende Darbietung lässt vermuten, dass es sich hierbei auch um einer seiner Lieblingssong handelt.

Als Zugabe präsentierte Mick einen weiteren Stones Klassiker- No Expectations. Eine weitere Zugabe gab es nicht. Schade, aber Mick wirkte nach diesem 2stündigen Set schon recht müde und erschöpft. Die tosenden Ovationen des Publikums hat er aber sichtlich genossen.