2011/02/25 | Mitch Ryder & Engerling, Support: Gasoline | Musiktheater Piano Dortmund

Geschrieben von: Peter Altenkirch

Leider war es Mitch aufgrund seines vollen und eng geplanten Tourkalenders (knapp 30 Gigs innerhalb von 2 Monaten) nicht möglich, seinen 66zigsten Geburtstag am 26.02. mit seinen treuen Fans im Piano wie im letzten Jahr zu feiern. Das tat der guten Stimmung aber keinen Abbruch. Das Piano war proppenvoll und alle freuten sich auf Mitch und seine Engerling(e).

Kurz vor 8 betraten als Special Guest die Band Gasoline die Bühne und boten eine durchaus solide und ansprechende Rock´n Roll Show . Sie spielten 8 hörenswerte Eigenkompositionen und überstanden auch souverän den mehrmaligen Ausfall eines Gitarrenverstärkers.

Kurz vor 21.00 Uhr betraten dann Mitch und Engerling die Bühne. Bevor es losging stellt Mitch erst einmal klar, dass seine liebste Location in Deutschland das Piano ist. Das war nicht aufgesetzt oder irgendso ein Spruch. Das war ernst gemeint. Das merkte man. Das Pianopublikum bedankte sich mit tosendem Applaus. Mitch stellte zunächst seine Mitstreiter vor:

Wolfram „Boddy“ Boday – Bandleader, voc, keyboard und harp/Heiner Witte – git/Gisbert Piatkowski – git/Manni Pokrandt – bass/Hannes Schulz – dr

und startete mit „Back at Work“ und “ Long Hard Road“ gefolgt von dem genialen “ Ain´t nobody white can sing the blues“.

Anfangs wirkte Mitch etwas gehemmt und zurückhaltend. Vielleicht lag es auch an der schlechten Aussteuerung des Vocalkanals zu Beginn des Gigs. Selbst bei “ Ain´t nobody“ , hatte ich das Gefühl, dass Mitch noch den Hebel zum Lösen der Handbremse suchte. Mit dem Bobby Bland Klassiker „All the Fools ist sees“ ließ Mitch seine Soulröhre dann freien Lauf. Klasse. Mitch wurde lockerer, kündigte mit kurzen Beschreibungen jetzt jedes seiner Stücke an und intonierte die folgenden Lieder mit einer derartigen Inbrust und Kraft, dass man nur noch staunen konnte. Ich habe Mitch schon seit langem nicht mehr so enthusiastisch erlebt. Ich könnte jetzt keinens der Stücke nennen, das besonders heraustach. Alle Stücke wurden genial vorgetragen. Ob „Red Scar Eyes“, „Terrorist“ „Moondog“ „The Thrill of it all“ „War“ „Dear Lord“ “ Freezin in Hell“ „Hot House“ “ All along the Watchtower“ oder „Tough Kid“, welches den Abschluss vor der Zugabe bildete, alle wurden perfekt und mit viel Liebe gespielt. Es war umwerfend und eine große Freude. Nach einer kleiner Zigarettenpause gegen 22.30 Uhr gab es die 1. Zugabe mit „The Wind cries Mary“ „Liberty“ „Little Latin Lupe Lu“ aus dem Jahre 1963 und dem ebenso alten aber zeitlosen „It´s all over now“. Es folgte wieder eine kleine Zigarettenpause bevor Mitch dann mit „Soul Kitchen“ (we have to go now) gegen 23.00Uhr das letzte Stück des Abends präsentierte.Phantastisch.

Der Applaus des begeisterten Publikums wollte nicht abreißen. Ein Riesenlob an Boddy und seine Mannen. Die Band spielte wie aus einem Guß. Die individuellen Stärken der Jungs sind harmonisch und perfekt aufeinander abgestimmt, wobei jedem auch Freiraum für eigene Interpretationen und kleinere Solis eingeräumt und auch genutzt wurden. Warum jedoch das Schlagwerkzeug hinter einer Plexiglasverkleidung versteckt wurde, muss mir mal ein Tontechniker erklären.

Ein denkwürdiger Abend.