2013/12/29 | Pee Wee Bluesgang | Musiktheater Piano Dortmund

Geschrieben von: Peter Altenkirch

Wer oder was kommt alle Jahre wieder? Ist es der Weihnachtsmann? Ist es Bundesmuttii Merkel? Sind es die Stones? oder was? Diejenigen, die gestern im Piano waren, können diese Frage leicht beantworten. Es ist die Pee Wee Bluesgang, die wie in den vergangenen Jahren tradionsbewußt zwischen den Weihnachtstagen und Sylvester im Piano aufkreuzen und niemals müde werden, das Volk mit einer explosiven Rock´n Roll Show zu beglücken.

Einige Neuerungen waren aber zu verzeichnen. Bassmann Andreas -Attila- Müller überraschte mit einer Kurzhaarfrisur. Nico Kozuschek ließ sich an den Keyboards durch Daniel Geist ersetzen, da er wohl dieser Tage bei Tape Five unverzichtbar ist. Saxophonist Karlos Boes ist mit Helge Schneider unterwegs und konnte sich an diesem Abend nicht freimachen. Aber, weder fehlendes Saxophone oder verlorene Haarpracht konnte die Band daran hindern, wieder eine mitreißende Performance abzuliefern, die das Volk begeisterte.

Gestartet wurde mit Just in Heaven. Der Sound war erste Sahne. Die Grooves stimmten und verbreiteten sofort gute Stimmung. Thomas Gitarrenspiel verdiente wie immer das Prädikat ecxellent. Martin Siehoff am Schlagwerkzeug bearbeitete seine Felle druckvoll und ohne Rücksicht auf Verluste ( er hatte schon öfters mal die ein odere andere Snare zertrümmert). Diesmal blieb aber alles heile. Die Basspräsenz von Andreas ist überragend. Varienatenreich und phantasievoll bestimmte er im ausgezeichneten Zusammenspiel mit Martin den Rhythmus und konnte nicht nur bei seinem Solopart in der Tikki Bar begeistern. Leider konnte das Equipment mit Andreas Künsten nicht standhalten. Schon nach kurzer Zeit gab der Bassverstärker seinen Geist auf. Kurzerhand wurde der Bass dann auf einen Frontmonitor geschaltet. Andreas und die Band nahmen es gelassen und ließen sich die gute Laune nicht verderben. Der Monitor hat glücklicherweise auch bis zum Schluss durchgehalten. Wie so oft zu Beginn eines Pee Wee Bluesgang Konzertes zu beobachten bzw. zu hören, kann Richards Gesang bei den ersten Strophen durchaus mit knödelig umschrieben werden. Aber das legte sich nach wenigen Minuten und Richards sich über mehrere Oktaven verteilende heiße Stimme begeisterte das Auditorium. Daniel an den Keys war von Anfang an sehr gut in die Show integriert. Sein Spiel harmonisierte hervorragend mit der Band. Sehr schön auch seine Begleitung zu Richards Soloperformance eines vor kurzem wiedergefundenen 3 Jarhzehnte alten Kleinods namens Sweet Mary-Ann. Hierzu eine kleine Anmerkung. Dieses und weitere hervorragende, über 30 Jahre verschollen geglaubte Songs, teilweise mit Gesang von Drafi Deutscher ausgestattet, finden sich auf dem Playing Funky-The Lost Album wieder, welches zwar im Jahr 1983 produziert aber erst kürzlich veröffentlicht wurde. Schön, dass die Pee Wees hier mal archäologentechnisch unterwegs waren , um uns dieses schöne Werk nicht vor zu enthalten.

Das gefühlvolle Sweet Mary-Ann setzte mit dem bluesigen Come back to me oder dem Slow Blues einige ruhigere Akzente an diesem Abend. Ansonsten war die über 2stündige Performance der Pee Wees kraftvoll rockig ausgeprägt. Jeder Song ein Knaller. Richard, der ja nur wenige Sonnenumlaufbahnen jünger als sein Gesangskollege Mick Jagger ist, überzeugte nicht nur gesanglich sondern tänzelte und jumpte wie der zuvorgenannte über die Bühne und zeigte auch nach mehr als 120 Minuten keine Ermüdungserscheinungen. Hervorragend.

Fazit zu diesem und noch kommende Konzerte kann nur, um mit den Worten von Neil Young zu sprechen, heißen: Pee Wee Bluesgang will never die.

Hier die Setlist:

Set 1: Just in Heaven/Too much Soul/What´s Love about/ Come back to me/Saturday Night/Calivfornia/Crazy about you/German R&R Band

Set 2: Sweet Mary-Ann/Make my Day/Peewee Shuffle/Slow Blues/Tikki Bar/You can´t kill me/Armageddon 2012/Hey Joe

Zugabe: 24Hours/When the Game is over