2008/12/28 | Pee Wee Bluesgang | FZW Dortmund

Abschied von den Fans im FZW Do (hier fand auch das erste Konzert der Pee Wees statt)

Wir schreiben den 27.12.2008 – fröstelnd stehen wir mit einigen hundert Bluesliebhabern vor dem Eingang des FZW in Dortmund. Die Bude ist richtig voll, denn heute Abend werden die Pee Wee’s ihr definitiv letztes Konzert im FZW geben. Im September verkündete die Band, das Ende 2008 Schluss mit der Pee Wee Bluesgang ist. Auch wenn die Freunde guter Musik und mitreißender Liveshows es nicht wahrhaben wollen oder können, der Entschluss steht fest, das machte Richard Hagel an diesem Abend auch nocheinmal deutlich. So war ich sicherlich nicht der einzige, der dieses Konzert mit gemischten Gefühlen erlebte.
Gegen 20.45 Uhr leitete Thomas Hesse (Git. Voc.) – wie immer zierte das schicke Leopardenkäppchen sein Haupt – Heribert Grohe (B), Karlos Boes (Sax) und Martin Siehoff (Dr) das Abschiedskonzert ein. Nach einem kurzen Intro betrat Richard mit einer Tasse Tee in der Hand die Bühne und gab trotz Schnupfens wie gewohnt sein Bestes. Die Stimme kam an diesem Abend nicht ganz so kraftvoll rüber, dennoch ist es immer wieder ein Erlebnis Richard live on stage zu erleben.
Nach gut einer Stunde beendeten die Pee Wee’s mit einer sehr gelungenen Version von „The Thrill is gone“ den ersten Teil ihrer Show.

Gegen 22.20 Uhr ging es dann weiter. Diesmal enterte Richard mit einem Glas Bier die Bühne. Die Jungs zeigten auf der Bühne keinerlei Wehmut oder Trauer ob der bevorstehenden Trennung, sondern hauten Eigenkompositionen und Klassiker mit Esprit und Spiellaune raus, so dass dem Publikum nichts anderes übrigblieb, als begeistert mitzugehen. Selbst als der Heimatort des Gastgitarristen Dennis Z. aus Gelsenschalkenkirchen bei dessen Vorstellung verraten wurde, gab es keine Unmutsäußerungen. Blueser sind nun eben mal tolerant. Das handwerkliche Können der Pee Wee’s zu loben erscheint müßig. Dennoch sei an dieser Stelle auf das grandiose Zusammenwirken von Martin am Schlagwerkzeug und Heribert, der mit seinem Bass verwachsen zu sein scheint, hingewiesen. Karlos entlockte seinem Sax mal liebevolle, mal krasse Töne und begeisterte bei den Duetten mit Thomas. Tja und Thomas; Thomas Gitarrenspiel verzauberte nicht nur das anwesende Publikum, sondern hat sicherlich auch dem auf einer Wolke sitzenden Jimi ein zufriedenes Lächeln beschert.

„Hey Joe“ an diesem Abend war einfach unglaublich. Trotz mehrjähriger Verweigerung zeigte Thomas diesmal auch wieder, dass er mit Leichtigkeit auch hinter dem Rücken spielend die 6 Saiten bearbeiten und mit seinen Zähnen seiner Gitarre herrliche Töne entlocken kann. Wie immer bei den Pee Wee’s herrschte eine lockere, fast familiäre Atmosphäre. Richard und Thomas erzählten Dönekes. Thomas sprach des Öfteren dem bewusstseinserweiternden Dortmunder Kronen Bier zu, Martin strahlte übers ganze Gesicht, Karlos lächelte tiefsinnig, Heribert tänzelte doch fast zum Schluss und Richard, ja Richard schien zufrieden, dass er trotz seiner Schnupfnase eine überzeugende Performance hinlegen konnte.
Ein schöner Abend. Dennoch kommt Wehmut auf, wenn man sich vor Augen führt, dass wir die Pee Wee Bluesgang nie mehr live erleben sollen.
Viele, mit denen ich an diesem Abend gesprochen haben, waren sehr traurig, respektierten aber den Entschluss, in der Hoffnung, dass die Pee Wee’s in 2009 ihre nicht endend wollende Abschiedstour starten.
(An Thomas aus Brilon: Vielen Dank noch einmal für die Erdnüsse)