2010/04/10 | Pee Wee Bluesgang | Ampütte Essen

„Warm up Konzert“ der wieder auf erstandenen Pee Wee Bluesgang in der Ampütte in Essen-Rüttenscheid.

Die Location für diesen „Probelauf“ der wieder belebten Pee Wee Bluesgang hätte nicht besser gewählt werden können.

Die Ampütte in Essen-Rüttenscheid ist Essens älteste Kneipe und bietet seit mehr als 100 Jahren den Essenern und anderen Besuchern eine urbane, ehrliche, von jeglichen Retro Schnickschnack befreite wohltuende und auf die unschlagbare Kombination von Pils und Schnitzel setzende gastliche Gemütlichkeit. Die Ampütte genießt nicht nur wegen ihrer legendären späten Küche (hier bekommst du auch nachts um 2.00Uhr noch was zwischen die Kiemen) einen guten Ruf, sondern ist auch bekannt für tolle (ehrliche) Livemusik.

Das wissen die Pee Wees natürlich auch und haben dann zu diesem Vorabkonzert ihrer offiziel am 01.05.2010 in Iserlohn (Rock im Barendorf) startenden Tournee in die Ampütte geladen.

Mann, über ein Jahr hat es gedauert, bis Thomas Hesse und Richard Hagel bei einem Telefongespräch, in dem es um das richtige Waschen von Bunt-und Kochwäsche ging, feststellten, dass die Welt ohne die Pee Wee Bluesgang doch um einiges ärmlicher ist und dieser Zustand nun ein Ende haben muss. Wir bringen die Band wieder zusammen lautete das aus „Blues Brothers“ entliehende Motto – und da sind sie wieder ,in etwas geänderter Formation:

Richard Hagel Vocals

Thomas Hesse Gitarre

Karlos Boes Saxophone

Martin Siehoff Drums

und die Neuen

Nicolas Kozuschek am Keyboard

und Tibi Kuehn am Bass

Die Proben starteten vor rund einem Monat und eine neue CD mit alten und neuen Stücken kommt auch bald auf den Markt. Fleißig, fleißig.

Leider musste Martin krankheitsbedingt absagen. Er wurde an diesem Abend von dem Gründungsmitglied Friedbert Falke an den Drums vertreten.

Karlos, ebenfalls schwer angeschlagen, hätte sicherlich von seinem Arzt den Auftritt untersagt bekommen. Zum Glück hat er diesen aber nicht nach seiner Meinung gefragt und bewies trotz schmerzenden Knochen sein Können am Sax.

Gegen 22.10 ging es dann los. Kurz vorher gestand mir Richard, dass er trotz seiner jahrzehntenlangen Bühnenerfahrung etwas nervös sei und er nicht vorhersagen könne, wie der Gig verlaufen wird. Zu dieser Aussage passte der erste Song wie Faust aufs Auge: „Make my day“ war der opener zu diesem bemerkenswerten Abend. Richards heiße Stimme verteilte sich über mehrere Oktaven und ließ gleich zu Beginn keinen Zweifel daran aufkommen, dass dieser Gig nur phantastisch werden kann. Es folgten „Fall in Love“ und Whats´s love about“ bevor dann Karlos auch auf die Bühne gebeten wurde, um den Klassiker der Pee Wees „California“ mit zu gestalten. Etwas ungewohnt, in dieser Besetzung , aber schön wiedergegeben. Bei dem anschließenden „We are a german R.R. Band“ (nicht zu verwechseln mit –we are an american band von Grand Funk Railroad) ließen die Jungs echt die Sau raus. Bei diesem Tempo konnte es einem schon schwindelig werden. Schön fand ich auch die eingepflochtenen Rhythmusanleihen der nicht ganz unbekannten Rolling Stones.

„Going down the road“ beendete den 1. Set dann gegen viertel vor 12.

Nach einigen Bieren und einigen verkauften CD´s, wobei ich mir sicher bin, dass von der neuen CD an diesem Abend so einige hätten abgesetzt werden können, wenn sie mal da gewesen wäre, ging es dann kurz vor Mitternacht weiter.

Richard sang „You give a little smile“, was zu diesem Zeitpunkt , bezogen auf das little, aber weit untertrieben war. Breites Grinsen und strahlende Gesichter allüberall. Auf den PeeWee –Shuffle folgte „Tiki-Bar is open“ , das für mich das Highlight dieses Abends darstellte. Vorgetragen mit einer unbändigen Spiellust aller Beteiligten und gespickt mit phantastischen Solos von Nico an den Tasten und dem genialen Austausch von Klangzärtlichkeiten zwischen Karlos Sax und Thomas Gitarre, hätte das Stück gut und gerne noch über die 10 minütige Darbietung weiter hinausgehen können. Tibi am Bass, der ein wenig an einen schlankeren Heinz-Rudolf Kunze erinnerte, kam zusehends immer mehr aus sich heraus und ließ seine Finger flink über die dicken Saiten seiner Bassgitarre fliegen. Friedbert am Schlagwerkzeug war mehr als nur der Feuerwehrmann für den kranken Martin. Respekt.

Nach der Tiki Bar folgte „The thrill is gone“ diesmal ungewöhnlich funky vorgetragen.

Weitere Stücke des 2. Sets waren: Slow-blues, „Sweet blue angle“, „24 hours und zum Schluss , wie passend „When the game is over“ Als Zugabe erinnerten die Pee Wees mit „Whiteroom“daran, dass neben Thomas auch noch ein gewisser Eric Clapton schöne Gitarrenarbeit zu leisten in der Lage ist.

Um ein Uhr morgens wurden dann die Geräte ausgestöpselt. Generalprobe mit Bravour bestanden. Diese neue Pee Wee Bluesgang knüpft nahtlos an die hervorragenden Leistungen der alten Pee Wees an (lest bitte auch mal den Bericht vom Abschiedskonzert am 27.12.2008 im FZW Do).

Sie sind zwar nicht „im Auftrag des Herrn unterwegs“, haben aber das Flehen vieler Fans vernommen und werden uns hoffentlich noch lange Zeit auf den Bühnen dieser Welt beglücken.