2011/03/11 | Randy Hansen Band feat. Leon Hendrix Support: Kamchatka | Zeche Bochum

Geschrieben von: Peter Altenkirch

Eingeläutet wurde der gitarrenlastige Abend gegen 19.30 Uhr von dem schwedischen Trio Kamchatka, die an diesem Abend ihre neue CD Burry your roots vorstellten. Power Blues-Rock made in Schweden. Die Einflüsse von Jimi Hendrix, den Allman Brothers oder auch Led Zeppelin waren nicht zu überhören. Gute Mucke.

Dieser Support passte wie Faust aufs Auge zu dem anschließenden Gitarrengewitter, welches Randy Hansen & Band kurz nach 8 dann entfachten.

Die Band- das sind UFO Walter (bürgerlicher Name Uwe Friedrich Otto Walter ) am Bass

und Manni von Bohr an den Drums.

Zwei exzellente Musiker, die sowohl national als auch international einen hervorragenden Ruf genießen. Und das zu recht, wie sich an diesem Abend wieder zeigte.

Tja, auf der Bühne stand zeitweise auch Leon Hendrix, der jüngere Bruder von Jimi. Aber hierzu gleich mehr.

Als im Halbdunkel Randy Hansen die Bühne betrat, war man doch tatsächlich versucht, an die Reinkarnation von Jimi Hendrix in der Person von Randy zu glauben. Obwohl Randy Jimi im Leben nie persönlich kennengelernt hat steht sein ganzes Leben im Zeichen der Interpretation von dessen Songs. Auch sein Erscheinungsbild entspringt dem von Jimi mitgestalteten modischen Zeitgeist Ende der 60er/Anfang der 70erJahre des letzten Jahrhunderts. Das Outfit ist aber Nebensache, denn, wie kein anderer beherrscht Randy die phänomenale Gitarrentechnik von Jimi und legte auch an diesem Abend Zeugnis darüber ab, dass er der unangefochtene legitime Vertreter von Jimi hier auf der Erde ist. Sicher ist Jimi im Himmelreich stolz darauf, einen derart versierten Vertreter hier unten zu wissen.

Randy zeigte wirklich alles. Seine Gitarrenakrobatik ist mehr als außergewöhnlich. Ob er nun über oder hinter dem Kopf, hinterm Rücken, mit den Zähnen oder auch mit den Füßen sein gutes Stück ( ich mein schon die Gitarre) bearbeitete, es klang einfach phantastisch. Seine Backhand-über-die Schulter-Plektrumwürfe waren alle perfekt. Er ließ kein Plektrum fallen. Toll. Das er intuitiv sein kann und Humor besitzt, zeigte sich auch bei der folgenden Aktion, als er ein unachtsam am Bühnenrand abgestelltes Weizenbierglas ergriff und ein herrliches Slidesolo spielte.

Leider war der Mensch am Mischpult wohl der Meinung , diesen Augen und Ohrenschmaus mittels Einstellung der Lautstärke auf EXTREM steigern zu wollen. Dies ging daneben. Gut für alle, die ihre Hörkanäle mittels Ohrstöpsel zu schützen wussten. Wie vorhin schon erwähnt, verdienen UFO Walter und Manni von Bohr ein besonderes Lob. Das war wirklich allererste Sahne, was die beiden hier leisteten.

Besonders gespannt war ich auf den Auftritt von Leon Hendrix. Ich muss leider sagen, dass ich enttäuscht wurde. Vielleicht lag das aber auch an meiner hohen Erwartungshaltung. Leon (dem man seine 62 Lenze nicht ansieht) erschien nach ca. 20 Minuten zum ersten Mal auf die Bühne. Etwas leidenschaftslos intonierte er mit Randy Hey Joe und ließ gleich zu Beginn überraschend und unmotiviert eines seiner Armreifen ins Publikum fallen. Auch bei seinen weiteren Gesangseinlagen konnte er nicht überzeugen. Die Stimme erschien blass und heiser. Dennoch hinterließ er einen guten Eindruck auf der Bühne, da er es doch tatsächlich schaffte, sich dreimal in einem anderen sehenswerten Outfit inklusiver Glitzersonnenbrille zu präsentieren. Respekt.

Dennoch, es war ein gelunger Abend mit absolut hervorragend interpretierten Hendrixschen Klassikern, deren Popularität und Genialität auch noch in 1.000 Jahren bestehen werden.