2011/05/18 | Red Hot Chilli Pipers | Zeche Bochum

Geschrieben von: Peter Altenkirch

Bagrock im Pott. Der Pott hat es den Pipers angetan. Innerhalb eines Jahres traten die Pipers nun schon zum wiederholten Male im Revier, Zeche Carl in Essen, Dietrich-Keunig-Haus in Dortmund und hier in der Zeche Bochum auf. ( Konzertbeschreibungen und Fotos findet ihr hier unter Konzertberichte und in der Bildergalerie)

Das liegt sicherlich zum einen an der hervorragenden Betreuung seitens der Essener Impulspromotion aber natürlich auch an der stetig wachsenden Fangemeinde, die die Pipers nicht zuletzt aufgrund ihrer mitreißenden Liveperformance für sich gewinnen konnten. Auch an diesem Abend war wieder Party angesagt. Kurz nach 20.00Uhr betraten die Pipers die mittels Kunstnebel arg verschleierte Bühne. Das Line Up hat sich seit ihrem letzten Besuch etwas geändert.

1:Verstärkt werden die Pipers auf dieser Tour mit einem Bass , der von dem nicht schottisch wirkenden Schotten Alan McGeoch bedient wurde. 2: Es fehlte Malcom McEwan (Marching drums), der, so erzählte mir später Steven Graham (Snare Drum), ein wenig ausspannen musste. 3: Steven hat sich die Haare blond gefärbt, was seine Qualitäten an der Snare aber nicht minderte.

Der Vollständigkeit halber soll der Rest der Gang nicht fehlen: Drums- Steven Black, Guitar- Nick Hawryliw (fragt bitte nicht, wie das ausgesprochen wird), Keyboard- Gary O`Hagan, Bagpipes- Dougie McCance, Kevin Macdonald und Stuart Cassells.

Sekunden, nachdem sich die Jungs im Halbdunklen auf der Bühne positionierten und die ersten noch vom Band kommenden Musikeinspielungen darauf hinwiesen, dass es gleich losgehen wird, ging es auch schon mit Urgewalt los. Nicks E-gitarre wetteiferte unterstützt von Alans wummernden Bass und den knallharten Drums mit den drei Bagpipes um die Wette. Eine mitreißende Dudelsackrocksymbiose die keinen ungerührt läßt. Die Stimmung auf und vor der Bühne war von Anfang an prächtig. Nett und höflich wie Schotten sind, begrüßte Stuart auf Deutsch das Publikum um dann aber wieder auf Englisch ihre Erfindung, nämlich den Bagrock , zu erklären. Daraufhin hauten sich Nick und Dougie und dem Publikum ihre Gitarren und Dudelsacksolis um die Ohren, welche dann in der eigenwilligen aber faszinierenden Interpretationen der Klassiker Smoke on the Water und Thunderstruck mündete. Dies ist Bestandteil jeder Show. Zu jeder Show der Pipers zählt auch der Sackpfeifencontest, den , wie so oft, wieder einmal Kevin, unterstützt vom Publikum für sich entscheiden konnte. Stuart und Dougie ließen das aber nicht auf sich sitzen und stellten dann ihr Können zu zweit an einer Pfeife unter Beweis. Die Pipers können nicht nur Rock und Popklassiker herrlich neu interpretieren, nein, sie binden auch das Publikum immer wieder in das Geschehen auf der Bühne mit ein, welches auch begeistert mitging. Die Pipers kamen mit dem Bass weitaus rockiger rüber, als bei anderen Auftritten. Jedoch hätte aus meiner Sicht der Anteil an Interpretationen von Titeln aus dem Rock und Popbereich zugunsten einiger Klassiker aus dem Bereich des keltischen Liedgutes reduziert werden können. Die Pipers hatten sogar den ollen Discohit „Everybody dance now“ in ihre Show eingebunden. Dieser „Stilbruch“ war eigentlich nur entschuldbar durch den wirklich umwerfenden Hüftschwung, den Kevin hierbei aufs Parkett legte. Die Bühnenperformance war wieder einmal umwerfend. Steven wirbelte wie ein blonder Derwisch mit seiner Snare um seine Kollegen, die aufgrund ihrer ausgefeilten Tanz- und Bewegungschoreographie niemals den Überblick verloren. Einzig Alan erschien mir etwas unsicher in seinen Bemühungen, sich dem Bewegungstempo seiner Kollegen anpassen zu wollen. Gegen Ende des nicht nur für die Pipers schweißtreibenden Abends forderte Stuart alle noch einmal zu einem wilden Tanz auf, welches das Publikum mit Freuden annahm.

Live sind die Pipers ein Erlebnis. Die Red Hot Chilli Pipers spielen am 15.11. in der Zeche Carl in Essen und am 23.11. im Dietrich-Keuning Haus in Dortmund. Rechtzeitig Tickets sicher. Viel Spass