2010/04/22 | Popa Chubby | Zeche Bochum

Hard Rockin Popa Chubby is back in town.

Zu dem Rocky Balboa Thema Gonna fly now betrat gegen 20.15 Uhr der Gitarrenschwergewichtsmeister den Ring, sorry , die Bühne der Zeche Bochum und startete furios mit dem kraftvollen Titelsong seines neuen Longplayers „The fight is on“. Begleitet wurde er von seinem langjährigen Weggefährten A.J Pappas am Bass und einem neuen Drummer- Dan Hickey . Kein Unbekannter, der hier die Stöcke schwingt. Dan war Drummer der They might be Giants, trommelte schon unter anderem für Joe Jackson, Joe Cocker, Johnny Winter. J.L. Hooker, den B 52´s und hat einiges auf der Pfanne.

Gleich beim ersten Stück ging das Publikum begeistert mit.

Gestik und Auftreten des tätowierten Bären aus der Bronx verrieten gleich zu Beginn dieses Energie gelandenen Abends den rd. 500 Besuchern, dass Popa der Herr im Ring ist. Widerstand zwecklos. Aber wer will sich schon gegen diesen musikalischen Schwergewichtler zur Wehr setzen. In den letzten Jahren überraschte  der mit Gangsta Attitüden liebäugelnde Popa immer mal wieder mit Country und Rockabillydarbietungen. Er experimentierte auch mal gerne mit Reggaerhythmen. Heute Abend nicht. Heute Abend gab es Rock`n Roll und Electric Blues vom Allergemeinsten.

Nach dem Auftaktfight folgte überraschender Weise schon Hey Joe. Hey Joe gehört wie einige andere Klassiker von Jimi Hendrix zum Stadardprogramm von Popa und wurde auch heute Abend wieder genial mit famouser Technik vorgetragen. Das gefiel dem Publikum und auch Popa. Popa rief sich dann auch fröhlich zum König von Bochum aus. Der Kerl hat Humor, wer, außer Herbert Grönemeyer, will schon König von Bochum sein.?!   Nachdem diese Regierungsangelegenheit geklärt war, konzentrieten sich die drei wieder auf die Musik und trugen das 7 mimütige Instrumentalstück „ Steelhorse Serenade“ aus dem aktuellen Album vor. Sehr schön. Gleich darauf gab die Band dann auch mit „Rock `roll is my Religion“ (ebenfalls vom aktuellen Album), ein unmissverständliches Statement ab.

In den letzten Jahren hat sich unser Dickerchen angewöhnt, ein Großteil seiner Gigs auf einem Stuhl sitzend zu bestreiten. Auch an diesem Abend. Das beeinträchtigte aber in keinster Weise seine Spielfreude. Den Mädels im Saal widmete er Leonard Cohens „Hallelujah“. Herzzerreißend (wie immer). In dem ruhigeren „NYC 77“ (The Fight is on) , erzählte Popa über seine eigene musikalische Entwicklung in seiner Heimatstadt – eingebettet in einer Version des Lou Reed Klassikers „Take a walk on the wilde Side“ inklusive Doop- Doop.

Obwohl Popa auch diesmal seine Finger mit und ohne Bottleneckslide flink über die Saiten fliegen lässt und an seinen technischen Fähigkeiten keine Zweifel bestehen, wirkten einige Soli doch etwas überdehnt und zu lang.  Aber, man kann ihm einfach nicht böse sein. Sein Gitarren – und Minenspiel sind auch zum wiederholten Mal sehen und hörenswert. Sein Gesichtsausdruck und Blicke sind je nach Riff und Soli mal angsteinflößend und böse und manchmal schaut er drein, wie ein zu großes Kind, welches sich darüber wundert, was es mit einer Gitarre alles anstellen kann.

Bemerkenswert an diesem Abend war auch die Darbietung des Tom Waits Stückes „Heart attack and vine“. Bemerkenswert deshalb, da dieses Lied gar nicht auf der Setlist stand, und die Band dieses auf Zuruf aus dem Publikum spielte.

Bemerkenswert auch die Arbeit von A.J. und Dan. Aufgrund der überragenden Bühnenpräsens von Popa könnte man leicht übersehen, dass erst durch das tolle Spiel dieser beiden „Rhythemkings“, Popa Freiraum für sein Spiel erhält.

Dan und Popa bestritten dann auch gegen Ende des Konzertes ein rd. 15 minütiges Drumspektakel, in dem Popa auch sein Können an den Drums bewies. Na ja, er hat ja schließlich schon im pubertären Alter von 13 Jahren seine musikalische Karriere am Schlagzeug begonnen.

A.J. tobte sich noch an einem Hochgeschwindigkeitsbasssolo aus, bevor dann, wie im letzten Jahr, als Zugabe und letztes Stück der Kracher „Ace of Space“ die Zeche bedröhnte.

Popa und seine Mannen haben uns über 140 Minuten mit elektrischem Powerbluesrock beglückt. Alle waren glücklich, auch die Mutigen in der ersten Reihe, die das ein odere Mal einen Regenschirm hätten gebrauchen können.