2017/10/05 | Ian Hunter & The Rant Band | Musiktheater Piano Dortmund

Review: Peter Altenkirch

Endlich, nach langer, langer Zeit ist einer der  größten Rock´n`Roll  Helden aller Zeiten wieder auf Tour und beglückte gestern im Piano in Dortmund seine Fans. Diese waren überaus zahlreich erschienen und hatten auch lange Anfahrten in Kauf genommen. Es waren  Stimmen aus dem hohen Norden Deutschlands, Niederländisches Platt und  englische Sprachfetzen zu vernehmen, welche sich mit dem angenehmen Revierdialekt vermischten und später  einheitlich die Songs von Ian Hunter und seiner Band euphorisch und erstaunlich textsicher mitsangen.

Viertel nach Acht, die Rant Band enterte die Bühne und nach wenigen Takten erschien Ian mit einem Gläschen Sekt ( vielleicht auch Champagner ) in der Hand, um den Reigen mit The Moon Upstairs zu eröffnen. Ian Hunter, man glaubt es kaum, hat schon 78 Jahre auf den Buckel. Dies scheint ihn aber nicht zu stören. Mittels seiner äußerst vitalen Erscheinung, zu der auch immer noch die, etwas lichter zwar, nach wie vor blonde Lockenpracht gehört und seine ergiegelandene Performance, die in den richtigen Momenten sowohl explosiv als auch subtil eingesetzt wurde, lassen ihn zeitlos jung erscheinen.

Mit dem zweiten Song Once Bitten Twice Shy ging die Post schon richtig ab und die Piano Chorgemeinde stimmte gesanglich kräftig mit ein. Es folgte das gefühlvolle Fatally Flawed vom hervorragenden Album When I`m President  aus dem Jahr 2012 , dessen gleichnamiger Titelsong sodann folgte. Auch der nächste Song Saint vom President Album zeigte, dass Ian im hier und jetzt lebt und nicht nur seine alte Kracher zum Besten geben möchte. Hier zeigte sich sogleich die Kunst von Ian und seiner grandiosen Band, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen schunkelnden Balladen und Rock´n`Roll Krachern herzustellen, wobei lustigerweise bei Saint der nicht ganz unbekannte Riff von I can´t get now (Satisfaction)  mehrfach auftauchte.

Natürlich griff Ian auch in den Nostalgiebrunnen und verzückte das Publikum mit  Klassikern wie ua  Sweet Jane oder das mitreißende All the way from Memphis . Nach fast zwei Stunden reinster Spielfreude auf höchstem Niveau steuerte das Konzert im Zugabenteil dem Höhepunkt mit „All the Young Dudes“ an, der sich in „Goodnight Irene“ verwandelte und die Menge erschöpft und glücklich in die Nacht entließ.

Hier die Setlist:

  • The Moon Upstairs
  • Once Bitten Twice Shy
  • Fatally Flawed
  • When I’m President
  • Saint
  • The Truth, the Whole Truth, Nuthin‘ but the Truth
  • Morpheus
  • Just Another Night
  • Fingers Crossed
  • All American Alien Boy
  • Dandy
  • All the Way From Memphis
  • Ghost
  • Roll away the stone
  • Guiding Light/ Mother
  • Sweet Jane
  • Bastard
  • 23A, Swan Hill
  • Wings
  • Life
  • All the young Dudes