2017/10/13 | Gong | Musiktheater Piano Dortmund

Review: Günter Grabosch

Die Canterbury-Legende Gong im Piano, endlich, nachdem das zuletzt angekündigte Konzert von Gong aufgrund der schweren Erkrankung des Bandleaders Daevid Allen mit Todesfolge leider abgesagt werde musste. Eigentlich das Ende der Band. Daevid Allen war Gong.

Kurz vor seinem Tod soll Allen aber den Wunsch geäußert haben dass die Band auch ohne ihn weiter macht. Gut so.

Gong 2017 spielt einen kompakten Set mit furiosem Space- und Jazzrock. Flirrende Gitarren und Saxophonpassagen, die an John Coltrane oder Gato Barbieri erinnern, dazu die psychedelischen Motive von der Videowand. Langeweile kam da nicht auf. In ruhigen Passagen wurde immer mal wieder die Nebelmaschine angeworfen. Schade, dass es heute keine süßlichen Rauchschwaden mehr im Publikum gibt. Gong Tracks wie „I’ve Been Stoned Before“ oder „ You Never Blow Yr Trip Forever“ hätten gut dazu gepasst. Überhaupt spielte Gong viele Klassiker aus den Alben Camenbert Electrique, You, oder Angel‘s Egg, – hieraus der famose Steve Hillage-Titel „I‘ve Never Glid Before“.

Aber auch das neue gute Album „ Rejoice, I’m Dead“ wird mit 4 Songs vorgestellt. Und alles fügt sich sehr gut in das Gong-Universum ein.

Mit dem in Teheran geborenen Kavus Torabi hat Gong einen neuen Bandleader, Gitarristen und Sänger, der mit seiner Bühnenpräsenz die Blicke auf sich zieht.

Natürlich ist Gong live heute was anderes als ein Konzert mit Daveid Allen. Es fehlen die vielen Gags und Showelemente, mit denen Allen und Partnerin Gilli Smyth die Fans unterhalten hatten.

(Gilli Smyth verstarb ebenfalls in 2016 und ist beim Konzert in Dortmund kurz auf der Videowand zusehen und mit ihrem Sprechgesang zuhören).

Dafür spielt die aktuelle Band heute eine treibende Spacerock-Show ohne Pause und ohne Mätzchen. Das Publikum in Dortmund forderte und bekam 2 Zugaben. Und hoffentlich gibt es eine weitere Zugabe 2018 im Piano.