2009/03/09 | AC/DC | Oberhausen

Wenn  außerhalb der Karnevalszeit und fernab von Satansideologien Tausende von Menschen sich rot blinkende Hörner auf ihr Haupt setzen, kann das nur eines bedeuten: SIE SIND WIEDER DA.

AC/DC

Endlich, nach jahrelanger Bühnenabstinenz sind sie wieder auf Welttournee und schauen auch bei uns im Revier in Oberhausen und Dortmund vorbei.

Am Montag – schöner kann die Woche nicht beginnen – beehrten uns die Jungs in der Köpi Arena.

Überpünktlich um 19.55 Uhr  heizte The Answer dem Publikum ein. Die Band stammt aus Nordirland, wurde in 2005 vom Classic Rock Magazine zur besten neuen Band in 2005 gekürt und spielen laute, von ua Led Zep, The Who und Free, beeinflusste Musik. In Deutschland hatten sie bereits vor 2 Jahren die Möglichkeit, sich auf großer Bühne zu präsentieren, als sie für die verschnupfte Amy Winehouse  das Vorprogramm von den Stones in Düsseldorf bestritten. Viel gibt es über The Answer  an diesem Abend  eigentlich nicht zu berichten außer vielleicht, dass der Sänger für meinen Geschmack etwas zu viel rumzappelte.  Musik war aber schon ok.

Kurz vor 21.00 Uhr : Das Licht verlosch und die Arena erbebte ob des nahenden Rock´n Roll Train. Auf der Videotafel sah man den AC/DC Express mit bedrohlicher Geschwindigkeit  und ohrenbetäubendem Lärm, befeuert von unserem kleinen teuflischen Angus,  Richtung  Köpi Arena fahren. Es zischte und  krachte,  als mit einem gewaltigen Knall ein riesiges  schwarzer  Ungetüm  von Lokomotive   sich auf der Bühne  niederließ und unsere lang vermissten Freunde die Show mit, natürlich, ihren aktuellen Hit Rock´nRoll Train starteten.  Was für ein fulminanter Start!  Alle, ob pubertierende Teenies, frustrierte Grundschullehrer, hartgesottene Biker oder der sich um seine Rente ängstigende Normalo, alle streckten ihre Hände gen Himmel  stampften mit den Beinen und schrien und sangen mit, was das Zeug hielt. Waaahnsinn.

Meine anfängliche Befürchtung, das wegen des angeblichen schlechten Gesundheitszustandes von Brian Johnson AC/DC gebremst daherkommen würden, war zum Glück unbegründet. Brian machte einen mehr als austrainierten Eindruck. Mit seiner Schlägermütze, die er während des gesamten Konzerts nicht ein einziges Mal abnahm, und seinem ärmellosen Shirt hatte er schon so etwas wie von einem Jahrmarktboxer, der auf der Suche nach dem nächsten Gegner ist.  Brian war ständig unterwegs. Er stampfte und tänzelte den Catwalk rauf und runter, schüttelte Hände, hatte stets seine Kopfstimme unter Kontrolle , animierte das Volk zum Mitmachen, (was eigentlich nicht nötig war) und streckte immer wieder seine Arme rhythmisch und kraftstrotzend in die Lüfte. Malcom und Cliff, verließen ihre seit 32 Jahren angestammten Bühnenplätze ( Malcom links und Cliff rechts vom Schlagzeug ) nicht.  Lediglich zur Ablieferung ihrer Backupvocals zu z.B. Dirty Deeds…..und TNT kamen sie dem Volk drei Schritte näher und gesellten sich aber unverzüglich danach wieder zurück zu ihrem Rhythmuskollegen Phil an den Drums.

Angus, der, man glaubt es nicht, Ende diesen  Monats seinen  54zigsten Geburtstag  feiern wird  war wieder unglaublich. Wie kann ein Mensch sich so unkontrolliert, kontrolliert hyperaktiv , orthopädisch selbstzerstörend bewegen und so Gitarre spielen wie es eben nur ein Angus Young kann. Unglaublich; obwohl einige Solis nicht so richtig präzise gespielt wurden. Aber vielleicht habe ich auch aufgrund der doch sehr hohen  Lautstärke nicht mehr alles richtig hören können. Zu den Klängen von The Jack hat Angus wieder seinen Strip hingelegt und uns seinen kleinen, jedoch mit einer AC/DC Unterhose, die man leider nicht am Merchandising Stand erworben konnte, bekleideten Hintern entgegen gestreckt. Auf der Leinwand wurden indessen einige  Mädels aus dem Publikum gezeigt, welche mit, so schien es mir,  schadenfrohen Grinsen „she got the jack“  mitsangen. (Sie wissen Bescheid).

Fast 2 Stunden lang wurden wir bombadiert mit alten Hits und einigen neuen Stücken der Black Ice Cd, wie R´R Train, Big Jack, Black Ice und War Machine. Die Show von AC/DC  bietet  natürlich noch zusätzlich zum Angus Strip weitere Showeinlagen: U.A.  hing Brian bei Hells Bells  an derselbigen, das Stahlross spie Feuer bei TNT, Rosie ritt das Stahlross und der Comic zu War Machine   zeigte uns, das es doch sehr viel  Spass macht einen mit scharfen Blondinen und roten Gibson´s ( oder waren es doch Fender) bewaffneten Bomber zu fliegen.

Natürlich wurde der Gig eindrucksvoll mit For those about to rock ( we salute you)  und Kanonengebüller beendet. Diese hörte ich zum Schluss aber nur noch gedämpft. (War wohl doch ein wenig zu laut)

Ich bedauere  die Menschen, die an diesem Montag nicht in der Köpi Arena dabei waren.

AC/DC – WE SALUTE YOU

Geschrieben von: Peter Altenkirch