2012/07/28 | 50 Jahre Rolling Stones open Air Geburtstagskonzert mit den Les Trois Tetons | Oberhausen

Geschrieben von: Peter Jötten

50 Jahre Rolling Stones

ein Geburtstagskonzert mit JJF und der italienischen Band Les Trois Tetons

Es sollte ein ganz besonderes Ereignis in Oberhausen gefeiert werden, eine nachträgliche Geburtstagsfete als Hommage an die größte Rock an Roll Band der Welt veranstaltet vom Kulturrestaurant Gdanska und dem Verein Gitarrissimo e.V.

Es sollte umsonst und draußen sein und die Geburtstagsgäste sollten dieses Konzert als Konzeert der Extraklasse in Erinnerung halten.

Vorab…. es wurde ein Konzert, an das man mit großer Freude zurückdenken wird.

Der Himmel über Oberhausen zeigte sich um Punkt 19.00 Uhr wunschgemäß von seiner blauen Seite, angenehme Temperaturen, ein bereits eine Stunde vorher gut gefüllter Altmarkt mit Fans aus allen möglichen Städten des Landes. Die Zunge auf den T-Shirts vieler Besucher in schönstem Rot und ein freudiges Wiedersehen für viele Fans der Rolling Stones die deutschlandweit vernetzt sind und das Konzert als Anlass nahmen sich mal wieder zu treffen.

Die Kapelle Jumping Jack Flash um „Babba“ Winfried Baar (Gesang) / Till Bittroff Gitarre/Franz Engling am Bass und Drummer Gerd Laake begann ihr Programm passend mit Congratulation das übergangslos in Jumping Jack Flash überleitete. Es dauerte genau bis zum Refrain dann folgte das textkundige Publikum dem Dirigenten und Chorleiter Babba. Satisfaction mit dem Solo des zweiten Gitarrissten Thorsten Kischkel gehörte ebenso zu den Higlights wie The last time und ein lange nicht mehr live gehörtes Under the Boardwalk .Die gut aufeinander abgestimmte Band legte weitere lange nicht mehr gehörte Songs vor. Sympathy for the Devil, Paint it black und ein dynamisches Brown Sugar luden zum Mitsingen ein. Wenn Sänger „Babba“ Textprobleme gehabt hätte, die vor der Bühne stehenden Fans des Rolling Stones Stammtisches waren textsicher immer dabei.

Ein Best of Programm einer lokalen All-Star-Band, die von der Rhythmus Fraktion über die hervorragende Sologitarre bis zum Sänger mit großer Spielfreude bei der Sache war.

Man kann nur hoffen, dass dies nicht der einzige und somit letzte Auftritt dieser Formation war. Da möchte man mehr von haben war der Tenor der Zuhörer.

Nach kurzer Umbaupause ging es dann zum Hattrick der Rock- und Bluesformation Les Trois Tetons.

Angesagt war eine Band, auf die sich alle, aber auch wirklich alle die bei den Gitarrissimo Konzerten 2010 und 2011 der Gruppe dabei waren schon vorab freuten. Der Zuhörerkreis auf dem Altmarkt war gegen 21.00 Uhr zum Auftritt der Band richtig groß geworden, der Bereich vor der Bühne diente einigen schon vorab als Tanzfläche.

Nach kurzer Ansage, begrüßt mit frenetischem Beifall standen sie auf der Bühne, die Band mit dem französischen Namen, aus einer italienischen Provinz (Varazze/Ligurien) kommend, um in einer deutschen Stadt ein Konzert der Extraklasse abzuliefern.

Les Trois Tetons, vor 20 Jahren einmal als Stones-Cover Band gegründet, hat längst den eigenen Stil gefunden, verarbeitet eigene Texte und schreibt natürlich auch die Musik dazu. Die Gruppe hat mittlerweile eine kleine Fangemeinde im Ruhrgebiet und eine durchaus große in Oberhausen. Extra für diesen Tag ist die Gruppe über 1200 km angereist nur um bei diesem Geburtstagskonzert dabei zu sein. Wahnsinn!

Bereits der erste Song Stop breaking down zeigte sofort in welche Richtung es gehen würde, rockiger als die beiden Clubkonzerte im Gdanska würde es werden; klar ein open air Konzert will anders bespielt werden als ein Clubkonzert. Eigene Kompositionen aus den mittlerweile 5 CD´s standen im ersten Teil des Konzerts im Vordergrund.Beaujolais and sufferings, The Ghost of my mother und das grandiose Useful Servants mit einer Slidegitarre von Barbone vom Feinsten zeigte schon zu Beginn das die Band ihr Handwerk versteht Texte mit eingängiger Musik zu mixen, die sich im Laufe des Songs quasi in das Ohr der Zuhörer schleicht. Melodien, die man noch Stunden nach dem Konzert summt und gute Laune aufkommen lässt. Das Publikum rückte von Song zu Song näher an die Bühne wo Alberto (Bass) mit Dave an den Drums eine exzellent aufeinander abgestimmte Rhythmusfraktion bildeten.

Mit der eintretenden Dämmerung kamen die Lichteffekte zur Geltung und damit begann ein Spektakel der Sonderklasse, quasi eine kleine Theaterinszenierung mit musikalischen Mitteln wie es der Altmarkt wohl nicht so schnell wiedererleben wird. Die ersten Takte des Midnight Rambler….die von Zac gespielte Blues Harp im Wechsel mit Barbons exzellenter Gitarre.

Mit unbändiger Energie vorgetragen, mit der Leidenschaft, die Jagger live vor mehr als 30 Jahren bei dem Song zeigte.

Sänger Zac zog den vorderen Teil des Altmarkts jetzt in seine Show ein, wand sich mittlerweile mit nacktem Oberkörper auf der Bühne, war zwischenzeitlich im Publikum zu finden und schaffte es dabei zusätzlich eine rotzige Bluesharp zu spielen. ….das war schlichtweg großes Kino. Dass sie es auch ruhig können, zeigte Con le mie lacrime…die italienische Fassung von As tears go bye und ich bin mir sicher, bei einigen Fans in der ersten Reihe feuchte Augen gesehen zu haben. Ein tolles Let it Bleed mit grandioser Bottlenek Gitarre von Barbone schloss sich an.

Mit dem Song Berlin 1987 gab es für die Fans der Band eine kleine Überraschung. Mit Hilfe der Bochumerin Eva Hieber entstand eine deutsche Fassung…..“Hast du keine Angst vor deinen Träumen“ heißt es vielseitig im Refrain. Zac ist die deutsche Sprache durchaus, geläufig wie man seinen Ansagen entnehmen konnte. Seine Mutter wurde in Koblenz geboren. Berlin 1987 auch hier: gelungen und Daumen nach oben. Mit Spy folgte wieder so ein Song, den man einmal gehört, nicht mehr aus dem Ohr bekommt….und dessen Refrain der Altmarkt mitsang.

Die Überraschung dann für alle Stonesfans und Fans von Les Trois Tetons: Die Band holte sich eine Fangruppe auf die Bühne, Till Bittrof und Winfried Baar von JJF waren plötzlich wieder dabei und ein vielstimmiges You can’t always get what you want schloss sich an. Dass die Stimmung bei dem Stones Klassiker noch einmal nach oben ging war unzweifelhaft zu hören. Der Altmarkt sang mit und zwar in großer Zahl. Eigentlich, ja eigentlich sollte das der letzte Song des Abends gewesen sein. Die Zugabe Rufe lockten die Band noch einmal auf die Bühne. Dangereys folgte, der Titelsong der gleichnamigen CD. Ein eigener Song und wieder so ein Sahneteilchen, dass man noch nach Stunden vor sich hinsummt ……und plötzlich improvisierte die Band spielfreudig ein Miss you vom Feinsten. Mit I just want to make love to you endete dann diese außergewöhnliche Veranstaltung.

Fazit…grandios, energiereich und magisch, ein Rockkonzert mit unbändiger Energie

Les Trois Tetons -eine Band die eigentlich größere Hallen und eine Tour in Deutschland verdient hätte.

Man kann nur hoffen, die Band im nächsten Jahr irgendwo in Deutschland zu hören.

Ich bin mir sicher, wir alle die wir dabei waren, würden gern wiederkommen.